Eigenfinanzierungsgrad

Was ist der Eigenfinanzierungsgrad?

Der Eigenfinanzierungsgrad ist eine der wichtigsten BWL-Kennzahlen, wenn es um die finanzielle Bewertung eines Unternehmens geht. Er gibt den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital an. Diese Kennzahl wird in Prozent angegeben, indem man das Eigenkapital mit dem Gesamtkapital ins Verhältnis setzt.

Dem Eigenfinanzierungsgrad gegenüber steht der Fremdfinanzierungsgrad, der das Fremdkapital im Verhältnis zum Gesamtkapital bewertet. Eigenfinanzierungsgrad und Fremdfinanzierungsgrad ergeben in der Summe immer 100%, und sind wichtige Kennzahlen, um den Verschuldungsgrad eines Unternehmens zu bewerten.

Wie berechnet man den Eigenfinanzierungsgrad?

Den Eigenfinanzierungsgrad berechnen Sie nach folgender Formel:

Eigenkapital x 100 / Gesamtkapital

Die Werte für Eigen- und Gesamtkapital entnehmen Sie der Unternehmensbilanz.

Interpretation der Kennzahl

Laut Definition gibt der Eigenfinanzierungsgrad an, wie hoch der Anteil an Eigenkapital am Gesamtkapital ist. Das heisst, je höher der Eigenfinanzierungsgrad, desto unabhängiger von Fremdkapital ist ein Unternehmen.

Je nach Branche sind die Kennzahlen für Fremd- und Eigenfinanzierungsgrad unterschiedlich.  Zwischen 25% und 50% sind für den Eigenfinanzierungsgrad bei Schweizer Unternehmen üblich. Eine grosse Rolle spielen dabei die Risiken, die Unternehmen bei ihrer geschäftlichen Tätigkeit eingehen.

Je höher das Risiko, desto höher sollte der Eigenfinanzierungsgrad sein. Der Grund dafür ist einfach: Je mehr Eigenkapital vorhanden ist, desto weniger Fremdkapital muss aufgenommen werden, und desto weniger Kredite müssen abbezahlt werden. Geht etwas schief und fallen Zahlungen aus, gerät ein Unternehmen mit hohem Eigenfinanzierungsgrad nicht so schnell in Zahlungsverzug.

Bei der Vergabe einer Finanzierung achten ausserdem Kreditinstitute auf den Eigenfinanzierungsgrad des Unternehmens, da diese Kennzahl Aufschluss über die Bonität gibt und Kreditgeber daraus ein Risiko für Zahlungsausfälle ableiten können.

Ein hoher Eigenfinanzierungsgrad reduziert das Risiko für Konkurs

Wie erhöht man den Eigenfinanzierungsgrad?

Um den Anteil an Eigenkapital zu erhöhen, haben Unternehmen mehrere Möglichkeiten.

Kapitalfreisetzung

Gebundenes Vermögen wird in Liquidität umgewandelt (z.B. Verkauf von Sachgütern oder Lagerbeständen)

Kapitalerhöhung

Steigerung des Grundkapitals, z.B. Stammanteilerhöhung bei einer GmbH, oder Ausgabe von Aktien bei einer AG

Gewinneinbehaltung:

Erwirtschaftete Gewinne werden zur Finanzierung verwendet und nicht an Eigentümer (Aktionäre, Gesellschafter) ausbezahlt