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Möchte sich ein Unternehmen an einem anderen Unternehmen beteiligen und Mitspracherecht haben, muss es Firmenanteile kaufen. Während dies bei Aktiengesellschaften für Investoren unproblematisch ist, da sie einfach Aktien kaufen können, gelten für Unternehmen anderer Rechtsformen strengere Regelungen. Insbesondere KMU sind rechtlich häufig als GmbH registriert, bei denen es je nach Gesellschaftsstatuten auch nicht immer möglich ist, eine Firmenbeteiligung zu kaufen.

Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel, worauf es beim Kaufen von Firmenanteilen ankommt, und wie sich der Rückkauf von Firmenanteilen bewerkstelligen lässt, wenn die GmbH Geschäftsanteile von ihren Gesellschaftern erwerben möchte.

Firmenanteile kaufen von fremden Unternehmen mit Vorteilen verbunden

Eine Beteiligung an einem anderen Unternehmen kann vorteilhafter sein als es komplett zu erwerben.

Bisheriger Geschäftsführer bleibt involviert

Für viele KMU stellt der Abgang oder Rückzug des Geschäftsführers eine grosse Herausforderung dar, da mit ihm eine Menge an Knowhow verloren geht.

Kaufen Sie daher nur Firmenanteile, wird der bisherige Geschäftsführer weiterhin in die Geschäfte involviert sein und hilft Ihnen dabei, das Unternehmen weiterhin auf Erfolgskurs zu halten – schliesslich ist das auch in seinem Interesse, weil er immer noch Firmenanteile hält.

Eine Mitarbeiterfluktuation aufgrund eines Inhaberwechsels, Kunden- oder Geschäftspartnerabgänge sind in diesem Fall nicht zu erwarten.

Beteiligungen an Unternehmen können daher der erste Schritt sein zu einer kompletten Übernahme.

In welcher Höhe Unternehmensanteile kaufen?

Je nach Grad der Beteiligung hat Ihr Unternehmen mehr oder weniger grossen Einfluss auf die Entscheidungen in der anderen Firma.

Soll Ihr Unternehmen nicht nur finanziell an einer weiteren Firma beteiligt sein, sondern wollen Sie auch auf diese Einfluss nehmen, lassen sich drei Grade der Beteiligung unterscheiden.

1.  Beteiligung mit Sperrminorität

In diesem Szenario ist Ihr Unternehmen mit mehr als 25% am anderen Unternehmen beteiligt. Falls der Gesellschaftsvertrag geändert werden muss, oder Entscheidungen anstehen, die einer ¾-Mehrheit bedürfen, kann dies nur unter Ihrer Zustimmung erfolgen.

2.  Beherrschende Beteiligung

Ihre Firma ist hier mit mehr als 50 % an der anderen beteiligt. Mit dieser Konstellation haben Sie die Möglichkeit, die strategische Ausrichtung des anderen Unternehmens zu bestimmen und nehmen massgeblich Einfluss auf die Geschäftspolitik. Wie weit Ihre Rechte hierbei als Gesellschafter reichen, ist in den jeweiligen Gesellschaftsstatuten des Unternehmens festgelegt.

3.  Tochtergesellschaft

Von einer Tochtergesellschaft spricht man schon, wenn eine beherrschende Beteiligung vorliegt.

Haben Sie vor, sich am fremden Unternehmen zu 100% zu beteiligen, ist Ihr Unternehmen die Muttergesellschaft und zugleich einziger Gesellschafter. Sie als Geschäftsführer bestellen dann den Geschäftsführer der Tochtergesellschaft. Ihnen obliegt, wie Sie dieses Geschäftsverhältnis vertraglich ausgestalten wollen und welche Befugnisse der Geschäftsleiter Ihres Tochterunternehmens hat.

Firmenbeteiligung in der Praxis – worauf kommt es an?

Wenn sich Ihr Unternehmen finanziell und politisch an einem anderen beteiligen möchte, sollten Sie schon im Vorfeld einige Dinge mit dem dortigen Geschäftsführer bzw. Verkäufer abklären und die Zusammenarbeit vertraglich festhalten.

Ein guter Draht zum bisherigen Geschäftsführer ist daher nicht nur bei den Vertragsverhandlungen von Vorteil, sondern wird auch später weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

Passt Ihre Vision des Unternehmens nicht zu der des dortigen Geschäftsführers bzw. der anderen Gesellschafter, wird sich die Zusammenarbeit schwierig gestalten. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie mit weniger als 50 % am Unternehmen beteiligt sind.

Sind Sie Muttergesellschaft, empfiehlt es sich vor allem in der Anfangsphase, den bisherigen Geschäftsführer zu halten, denn dieser weiss im wahrsten Sinne des Wortes „wie der Laden läuft“, und steht Ihnen mit seiner Erfahrung und seinem Wissen zur Seite.

Bild: Firmenanteile kaufen für Einflussnahme in einem Unternehmen. Bildquelle: geralt /pixabay.com

 

Rückkauf von Firmenanteilen des eigenen Unternehmens

Manchmal kommt es vor, dass eine GmbH von ihren Gesellschaftern Firmenanteile zurückkaufen möchte. Dies ist mit einigen rechtlichen Hürden verbunden und nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Gründe für den Rückkauf von Firmenanteilen

  • Ein Gesellschafter scheidet aus

Wenn ein Gesellschafter aus dem Unternehmen ausscheidet und die anderen Gesellschafter nicht aus ihren privaten Mitteln dessen Firmenanteile übernehmen wollen, kann die GmbH diese Anteile erwerben.

  • Insolvenz des Gesellschafters

Gerät einer der Gesellschafter in Zahlungsunfähigkeit, muss er seine Firmenanteile verkaufen. Findet sich kein Interessent, kann die GmbH selbst den Kauf tätigen.

  • Anteile für späteren Zeitpunkt zurückhalten

Falls ein Gesellschafter seine Firmenanteile komplett oder teilweise verkauft, kann die GmbH diese zurückkaufen, und solange „aufbewahren“, bis sich ein Interessent gefunden hat, diese zu übernehmen.

Voraussetzungen für den Rückkauf von Firmenanteilen

Möchte die GmbH eigene Anteile erwerben, darf sie dies nur unter bestimmten Voraussetzungen, die in Art. 783 OR (Obligationenrecht) festgelegt sind.

  • Genügend frei verfügbares Eigenkapital

Die GmbH muss im Besitz von frei verwendbarem Eigenkapital sein, das mindestens der Höhe des Übernahmepreises der Firmenanteile entspricht.

  • Maximal 10 % des Stammkapitals

Die GmbH darf eigene Firmenanteile kaufen in Höhe von maximal 10 % des gesamten Stammkapitals.

  • 35 % in besonderen Fällen

Scheidet ein Gesellschafter aus oder wird ausgeschlossen, darf die GmbH in diesem Fall Firmenanteile kaufen in einer Höhe bis zu 35 % des Stammkapitals. Im Lauf der folgenden zwei Jahre müssen jedoch die über 10 % hinaus erworbenen Stammanteile entweder an einen neuen Gesellschafter verkauft werden, oder durch eine Kapitalherabsetzung vernichtet werden.

Firmenbeteiligung – Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?

Möchte sich Ihr Unternehmen an einem weiteren Unternehmen beteiligen oder eigene Firmenanteile zurückkaufen, müssen Sie dafür sorgen, dass Sie genügend Kapital für dieses Vorhaben zur Verfügung haben, damit Sie keine Liquiditätsprobleme bekommen. Beim Rückkauf von Firmenanteilen ist dies sogar gesetzlich vorgeschrieben, dass Ihr Unternehmen über die nötigen liquiden Mittel für den Rückkauf verfügt.

Unternehmensanteile kaufen per Bankkredit

Ihre Hausbank ist wahrscheinlich der erste Ansprechpartner, wenn es um Finanzierungshilfen geht. Diese prüft Ihre buchhalterischen Unterlagen und beurteilt Ihre Bonität, um abzuschätzen, welche Konditionen Sie Ihnen für einen Kredit bieten kann.

Häufig müssen Sie auch Sicherheiten hinterlegen, wenn Sie einen Bankkredit zur Verfügung gestellt bekommen wollen. Beim Erwerb von Firmenanteilen, kann die Bank diese als Sicherheit verlangen, um ihr Risiko gegen Zahlungsausfall abzusichern. Denkbar sind jedoch auch andere Vermögensgegenstände des Unternehmens, beispielsweise Produktionsanlagen oder Gebäude.

Firmenbeteiligung finanzieren per Crowdlending

Eine andere Form, einen Kredit zu bekommen, ist per Crowdlending. Dabei wenden Sie sich an eine Crowdlending-Plattform (z.B. neocredit.ch) und stellen dort Ihren Antrag. Nachdem dieser geprüft und sich die Experten in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen ein genaues Bild über die finanzielle Lage Ihres Unternehmens und Ihr Finanzierungsvorhaben gemacht haben, wird Ihnen ein Angebot zur Finanzierung unterbreitet. Akzeptieren Sie dieses, wird das Projekt online ausgeschrieben und interessierte Investoren können dann Geld beisteuern. Die Kreditsumme wird an Ihr Unternehmen ausbezahlt, sobald die vereinbarte Höhe erreicht wurde. Bei neocredit.ch vergehen in der Regel weniger als zehn Tage zwischen Kreditbeantragung und -auszahlung. Darüber hinaus liegt die Erfolgsquote, dass ein Projekt vollständig finanziert wird, bei 99%.

Weiterer Vorteil beim Crowdlending ist, dass Sie nicht bei allen Anbietern Sicherheiten hinterlegen müssen. Bei neocredit.ch wird z.B. darauf verzichtet, da die Anträge und Unternehmen sehr streng geprüft werden, um das Risiko für die Geldgeber gering zu halten.

Falls Sie nur Firmenanteile in geringem Wert kaufen wollen, und bei einer Bank dafür keinen Kredit bekommen, kann Crowdlending die Lösung sein. Bei neocredit.ch werden beispielsweise schon Kredite ab CHF 20‘000 vergeben.

Fazit

Ihr Unternehmen hat verschiedene Möglichkeiten Firmenanteile zu kaufen. Beteiligen Sie sich an einem anderen Unternehmen, werden Sie dort Gesellschafter. Je nachdem, wie hoch Ihre Beteiligung ist, haben Sie entsprechend grösseren Einfluss auf die Unternehmenspolitik. Im Falle einer 100%-Beteiligung, also bei der Eingliederung des Unternehmens als Tochtergesellschaft, haben Sie die grössten Befugnisse.

Des Weiteren ist es auch möglich, dass Ihre GmbH eigene Stammanteile erwirbt, beispielsweise wenn ein Gesellschafter ausscheidet und die anderen die Firmenanteile nicht übernehmen wollen.

In diesem Fall sind Sie an enge gesetzliche Regelungen gebunden, die vorschreiben, in welcher Höhe Sie eigene Firmenanteile erwerben dürfen.

Zur Finanzierung benötigt Ihr Unternehmen ausreichend Eigenkapital. Dieses können Sie per Bankkredit oder Crowdlending-Kredit aufstocken.

Letzteres zeichnet sich durch eine schnelle und unkomplizierte Bearbeitung aus, und eignet sich auch für kleinere Finanzierungsvorhaben.

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